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Petrusgemeinde Darmstadt
Petrusgemeinde Darmstadt
Am 9. September war es endlich soweit: Die Koffer waren gepackt, die Gastgeschenke besorgt und verstaut. Damit stand dem Abflug nach Südafrika nichts mehr im Wege. In Port Elizabeth, der Millionenstadt an der südafrikanischen Ostküste, würde ich die nächsten drei Wochen verbringen und die dortigen Partnergemeinden besuchen.
Seit über 20 Jahren verbindet die Petrusgemeinde und andere evangelische Gemeinden in Darmstadt eine Partnerschaft mit der Moravian Church in Port Elizabeth, die durch alle zwei Jahre stattfindenden Partnerschaftsbesuche vertieft wird. So habe ich diese Reise zum Glück nicht alleine angetreten, sondern war Teil einer vierköpfigen Delegation aus Darmstadt.
Als wir nach unserer 20-stündigen Reise endlich in Port Elizabeth angekommen waren, wurden wir bereits ungeduldig erwartet und herzlich begrüßt. Diese Herzlichkeit fiel uns allen sofort auf und sollte uns auch durch unseren gesamten Aufenthalt begleiten. Wo wir auch hinkamen, alle Menschen freuten sich ehrlich uns zu sehen und ließen uns dies auch spüren. Diese Gastfreundschaft zeigte sich unter anderem auch durch reich gedeckte Tische, so dass ich mich das eine oder andere Mal bei dem Gedanken ertappte: „Ohje, schon wieder Essen!“
Die erste Woche des Aufenthalts verbrachte ich in unserer Partnergemeinde Bloemendal, wo ich die verschiedenen Gemeindegruppen und –aktivitäten kennenlernte. Es gibt beispielsweise jede Woche eine Suppenküche, wo Suppe und Brot an Arbeitslose verteilt werden. Außerdem besuchte ich den Konfirmandenunterricht, die Bandprobe und die Sonntagsschule. Ein besonders einprägsames Erlebnis war für mich die Teilnahme am wöchentlichen Prayer Meeting („Gebetstreffen“) der Frauen. Immer wieder erlebte ich, wie unterschiedlich der Glaubensalltag in Deutschland und Südafrika gelebt wird.
Gebete sind fester Bestandteil des Tagesablaufs; morgens, abends und vor Mahlzeiten wird gebetet. Auch das freie, laute Gebet ist uns Deutschen meistens erst mal fremd. Der gleiche Enthusiasmus zeigt sich auch im Gottesdienst, alle Lieder werden laut und voller Inbrunst gesungen - ob es dabei schief und schrill wird, spielt keine Rolle!
Auch für die zwei verbleibenden Wochen war ein volles Programm vorbereitet worden. Nun waren wir jeden Tag mit der gesamten deutschen Delegation und den Vertretern des dortigen Partnerschaftskomitees unterwegs. Wir besichtigten verschiedene Schulen, Kliniken und Heime und bekamen so vielfältige Einblick in die südafrikanische Lebensrealität. Aber wir unternahmen natürlich auch einige schöne Ausflüge in die Umgebung, zum Beispiel in einen Elefantenpark oder in den Nationalpark Tsitsikamma an der berühmten Garden Route.
Außerdem erlebten wir eine afrikanische Hochzeit, da der Pfarrer einer der Partnergemeinden während unseres Besuchs geheiratet hat!
So vergingen die drei Wochen wie im Fluge und schneller als wir es alle dachten, war es schon wieder Zeit zum Abschied nehmen.
Beladen mit Grüßen und Geschenken an die Darmstädter Gemeinden und mit der einen oder anderen Träne im Auge stieg ich wieder ins Flugzeug. Trotz der kurzen Zeit und natürlich auch mancher Herausforderung habe ich enge Kontakte knüpfen und unglaubliche viele tolle Menschen kennenlernen dürfen. Es war eine einmalige Erfahrung, das Leben, den tiefen Glauben und den Alltag in unserer Partnergemeinde am „anderen Ende der Welt“ mitzuerleben.
Svenja Adrian


Die Partnerschaft mit der Protestantischen Gemeinde in Troyes besteht seit 1979. In diesem Jahr konnte die Kantorei der Petrusgemeinde ihr 100-jähriges Bestehen feiern. Bei solchen Jubiläen gefällt man sich leicht im Beschwören einer grandiosen Vergangenheit. Um aber einen weiteren Horizont zu eröffnen, wurde der Kontakt zur evangelischen Gemeinde in Troyes aufgenommen. Aber welche Überraschung: Einen Chor in unserem Sinn trafen
wir dort nicht an. Dafür aber eine singefreudige Gemeinde mit kräftigem und fröhlichem Gesang im Gottesdienst. Ein Singkreis mit einem beachtlichen Repertoire an neueren Songs und Volksiedern, von einem Akkordeon begleitet, sorgte in der Gemeinde immer für eine fröhliche Stimmung bei Festen, insbesondere auch bei unseren gegenseitigen Besuchen.
Eine Besonderheit dieser Gemeinde: Zu ihr zählten viele Madagassen, und während der ersten Jahre unserer Partnerschaft amtierte dort sogar ein madagassischer Pfarrer. Eine erstaunliche Integrationsleistung der Gemeinde.
In Frankreich gibt es keine Kirchensteuer. Die Gemeinde muss mit erheblich niedrigeren Budgets auskommen. Wir haben viele Jahre die Gemeinde durch eine Kleidersammlung unterstützt. Die von der Gemeinde damit erzielten Erlöse waren hochwillkommen.
Bemerkenswert die Gastfreundschaft dort und hier. Man beherbergte sich gegenseitig in Privatquartieren und verständigte sich bei fehlenden Sprachkenntnissen dennoch. Gerade auch durch die Musik und das Singen.
Homepage von "Eglise Protestante Unie de France, Troyes et Aube"
troyes-et-aube.epudf.org
Die ev. Kirchengemeinde St. Sebastian liegt im Magdeburger Stadtteil Lemsdorf und bildet mit der St. Michaels Gemeinde, mit der St. Ambrosius Gemeinde, der Christus Gemeinde und der Philippus Gemeinde das Evangelische Kirchspiel Süd.
Die Partnerschaft begann 1958. Deutschland war geteilt, Besuche waren nicht möglich. Der Kontakt bestand damals im Schreiben von Briefen hin und her, und es wurden Päckchen von Bessungen nach Lemsdorf auf den Weg gebracht.
Dieser Zustand änderte sich nun von Grund auf mit der politischen Wende. Endlich, nach gut drei Jahrzehnten, waren persönliche Begegnungen möglich. Die erste fand, soweit erinnerlich, 1992 statt. Mit Pfarrer Dr. Löttl kam ein Kreis älterer Gemeindeglieder (vorwiegend Frauen) zu uns nach Bessungen. Die nächste Begegnung ist nach wenigen Jahren gefolgt. Beide Gemeinden gingen dazu auf die Reise. Gemeinsamer Treffpunkt am neutralen Ort war Gernrode im Harz. Ein Abstecher ins nahegelegene Quedlinburg gehörte da selbsverständlich ins Programm. Im weiteren Verlauf kam es zum einen zeitweilig zu Begegnungen an Orten mit besonderem Bezug zu Martin Luther: Eisenach, Naumburg/Schönburg. Erfurt, Marburg, Worms. Aber selbstverständlich gehörten zum anderen immer wieder auch Treffen in Bessungen und in Magdeburg ins Bild. Magdeburg war 2017 das Ziel als Ort von Veranstaltungen des Deutschen Evangelischen Kirchentages Berlin und Wittenberg. Hier ist insbesondere die Aufführung von Beethovens Neunter unter freiem Himmel im Gedächtnis und eine Nacht mit nautischen Vorführungen auf der Elbe. - In Lemsdorf war als Gemeindepfarrer auf Dr. Löttl Pfarrer Pohl gefolgt. Nach dem Weggang von Pfarrer Pohl wurde Lemsdorf in den Gemeindebezirk Magdeburg-Süd/Ambrosius eingegliedert. Dessen Pfarrer Herold war damit auch Pfarrer für Lemsdorf. Pfarrer Herold verließ nach 2008 Magdeburg, um Schausteller-Pfarrer zu werden.
Dr. Günter Bauer
24.10.2021
Homepage von St. Sebastian in Lemsdorf
www.ksp-md-sued.de...