Die Fürstengruft

Gleich am Eingang der Gruft blickt Ihnen ein Knochenmann entgegen, mit Apfel und Schlange in der Hand. Wer die Treppe unter den Chorraum hinabsteigt, betritt einen Raum, in dem Tod und Hoffnung so dicht beieinander liegen wie sonst nirgends in Darmstadt.

Vier Grüfte, eine geöffnet

Unter der Stadtkirche lagen ursprünglich vier Grabräume: die Landgrafengruft im Süden (seit 1687), die Grabstätten für Adel, Prominenz und Superintendenten unter dem Nordschiff und der Turmhalle — und die Fürstengruft unter dem Chorraum. Nur sie, die älteste, ist heute noch zugänglich.

Wer hier liegt

Landgraf Georg I., Begründer des Hessen-Darmstädter Fürstenhauses, ließ die Gruft 1576 anlegen. In zwei Räumen stehen seit damals sein Sarg (†1596) und die seiner Frauen Magdalena (†1587) und Eleonore (†1618), dazu die Grabstätten von vierzehn weiteren Landgrafen und Landgräfinnen, Prinzen und Prinzessinnen.

An der Decke des vorderen Raumes hängen zwei Messingkapseln. Sie enthalten die Herzen der Prinzen Georg und Philipp, beide Söhne Ludwigs VI., beide im Ausland gestorben. Nach Hause kam nur ihr Herz.

Die Decke erzählt eine Geschichte

Das Bildprogramm über den Särgen führt durch die Heilsgeschichte: vom Knochenmann am Eingang — dem Tod, der nach Genesis 3 mit dem Sündenfall in die Welt kam — über Grablegung, Auferstehung und Himmelfahrt Jesu bis zum Jüngsten Gericht. Ein memento mori, das an die eigene Sterblichkeit erinnert und im selben Atemzug von der Auferstehung erzählt.

Die Gruft besuchen

Die Fürstengruft ist im Rahmen der Stadtkirchenführung zugänglich — mit Geschichten über die Landgrafenfamilie, ohne Voranmeldung.

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