Paulusgemeinde Darmstadt

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Evangelische Kirche in Hessen und Nassau

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Umbau in der Nachkriegszeit

Nach Kriegsende stellte man die Kirche wieder her. Allerdings stand der damalige Pfarrer Rudolf Wintermann der Gestaltung des Kirchenraums im Sinne des Wiesbadener Programms ablehnend gegenüber. Er sorgte dafür, dass die Kirche gemäß seiner theologischen Sichtweise verändert wurde. Kanzel und Altar trennte man voneinander und verlegte sie an ihre konventionellen Orte: den Altar in den Chorraum und die Kanzel vorne links an den Triumphbogen im Kirchenschiff. Die so geschaffene Ausrichtung des Kirchenraums alleine auf den Altar sollte ausdrücken, dass das Abendmahl als Sakrament einen höheren Stellenwert habe als das gesprochene Wort. Dass der Altar aus dem Kirchenschiff in den Chorraum verlegt wurde, erhöhte die Distanz zur Gemeinde, die sich in ehrfürchtigem Abstand zum Tisch des Herrn versammeln sollte.

Ebenfalls in der Nachkriegszeit wurde die ursprüngliche prächtige Ausmalung der Kirche weiß überstrichen, und 1960 gestaltete der Arnoldshainer Künstler Helmuth Uhrig im Chorraum einen biblischen Freskenzyklus. Im unteren Band finden sich alttestamentliche Motive, in den drei Bändern darüber Jesusgeschichten. Die Farben rot und grün dominieren. Rot repräsentiert Christus bzw. die Nähe zu Christus, grün Distanz und Ablehnung. Ganz oben finden sich Szenen aus der Offenbarung des Johannes, die in der Himmelsfarbe blau gehalten sind. Im Ganzen ist das Kunstwerk eine Meditation über den Satz: „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit.“ (Johannesevangelium Kapitel 1 Vers 14).

Mit dem Bau der Großen Schuke-Orgel im Jahr 1969 auf der Südempore war die heutige Gestalt des Kirchenraums hergestellt.

In seiner unübersehbaren Spannung zwischen dem ursprünglichem Raumkonzept und der Umgestaltung in der Nachkriegszeit ist der Gottesdienstraum der Pauluskirche ein lebendiges Dokument der Kirchengeschichte und ein eindrückliches Beispiel dafür, wie theologische Positionierungen ein Kirchengebäude prägen und verändern.

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